Bahnübergang

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Bahnübergang

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Bahnübergang – Eine Kreuzung zwischen Schiene und Straße

Wenn sich die Gleise der Eisenbahn und eine Straße höhengleich kreuzen, ist immer ein Bahnübergang vorhanden. Er hat die Aufgabe, die Verkehrsteilnehmer vor dem herannahenden Zug zu warnen und diese am Überqueren der Gleise zu hindern, damit es keinen Zusammenstoß mit dem Zug gibt.

Einrichten eins Büs

Nun erfahren Sie aber, wie Sie im LokSim-Editor einen virtuellen Bahnübergang einrichten.

Zuerst geben Sie die Position des Bahnüberganges auf dem Gleis ein. Ein Bahnübergang wird im LokSim-Editor immer je Gleis definiert.

Nachdem Sie die Position festgelegt haben, teilen Sie dem Bahn­übergang nun mit, ob er als eigenständiger Bü fungieren soll, oder ob er mit einem anderen Bü verknüpft ist.

Ein verknüpfter Bü wird bei mehrgleisigen Strecken angelegt: Auf einem Gleis wird ein eigenständiger BÜ definiert, auf den Parellelgleisen werden verknüpfte BÜs definiert, die mit dem eigenständigen BÜ verknüpft sind.

Ein eigenständiger Bahn­übergang verfügt über besondere Eigenschaften, wie Typ und Störungshäufigkeit, die für alle mit ihm verknüpften Bahn­übergänge gültig sind.

Ein verknüpfter Bahn­übergang benötigt immer einen eigenständigen Bahn­übergang, von dem er seine Eigenschaften bezieht.

Beachten Sie, dass bei der Änderung des Namens eines eigenständigen Bahnübergangs, die verknüpften Bahnübergänge nicht automatisch unbenannt werden. Diese müssen nach der Umbenennung erneut verknüpft werden.

Wenn Sie einen eigenständigen Bahn­übergang anlegen wollen, so müssen Sie diesem jetzt einen Namen geben, andernfalls wählen Sie aus der Auswahlliste jetzt einen Bahnübergang aus.


Image:Hinweis.png Jeder Bü-Name darf pro Modul nur einmal vergeben werden. Dies gilt auch, wenn ein und derselbe Bü-Name auf verschiedenen Gleisen verwendet werden soll.

Bestimmen Sie nun den Typ des Bahnübergangs:

Tf überwacht

Dieser Bahnübergang ist durch ein Bahnübergangssignal gesichert, der Sicherungs­vorgang wird durch einen Einschaltkontakt aktiviert. Zur Absicherung dieses Typs müssen auf der Strecke vor dem BÜ über die Signal-Streckeneigenschaften ein Bue-Einschaltkontakt und ein Bue-Signal aufgestellt werden.

Wird bei dem BÜ eine Störungshäufigkeit > nie eingestellt, kann es vorkommen, dass der BÜ während der Simulation gestört ist: In soeinem Fall wird das Bue-Signal nicht freigegeben und der Bahnübergang nicht geschlossen.

Signalgedeckt

Bei diesem Typ wird der Bahnübergang durch ein normales Signal (Haupt- oder Kombisignal) gesichert.

In der Realität werden solche Bahnübergänge händisch bei Annäherung des Zugs geschlossen und das entsprechende Signal freigegeben. Im Loksim ist dies folgenderweise umgesetzt:

  • BÜs dieses Typs auf freier Strecke schließen 1500m bevor sie durch den Zug erreicht werden. Beachten Sie, dass es deshalb unbedingt notwendig ist, ein Haupt- oder Kombisignal innerhalb dieser 1500m vor dem BÜ zu platzieren. Ansonsten wird das letzte Signal vor dem BÜ niemals freigegeben.
  • BÜs, die sich hinter einem Haltepunkt befinden, schließen 30s vor dem Freigeben des Ausfahrtssignals.

BÜs dieses Typs können gestört sein, wenn bei dem zugehörigen Hauptsignal über die Signaloptionen-Streckeneigenschaften Zs9 definiert wird. Wenn dies der Fall ist und die Störungshäufigkeit > nie ist, kann es in der Simulation auftreten, dass der BÜ nicht schließt und der Tf wird angewiesen, das (Hp0 zeigende) Signal trotzdem zu überfahren.

Ist bei dem Signal Zs9 nicht definiert, wird die Option Störungshäufigkeit ignoriert und der BÜ ist niemals gestört

Signalgedeckt (Streckenblock)

Bei diesem Typ wird der Bahnübergang durch ein normales Signal (Haupt- oder Kombisignal) gesichert. Der Schließvorgang des Bahnüberganges wird durch Passieren eines „Bü-Einschaltkontakts“ eingeleitet.

Zur Absicherung dieses Typs müssen auf der Strecke vor dem BÜ über die Signal-Streckeneigenschaften ein Bue-Einschaltkontakt gesetzt sein und zwischen diesem Einschaltkontakt und dem BÜ ein Haupt- oder Kombisignal aufgestellt werden.

BÜs dieses Typs können gestört sein, wenn bei dem zugehörigen Hauptsignal über die Signaloptionen-Streckeneigenschaften Zs9 definiert wird. Wenn dies der Fall ist und die Störungshäufigkeit > nie ist, kann es in der Simulation auftreten, dass der BÜ nicht schließt und der Tf wird angewiesen, das (Hp0 zeigende) Signal trotzdem zu überfahren.

Ist bei dem Signal Zs9 nicht definiert, wird die Option Störungshäufigkeit ignoriert und der BÜ ist niemals gestört

Graphische Objekte

Damit offene bzw geschlossene Bahnübergänge korrekt dargestellt werden, müssen ein paar Dinge beachtet werden:

Gruppenobjekt

Der gesamte Bahnübergang sollte möglichst als ein Gruppenobjekt existieren. In diesem Gruppenobjekt wird der Bahnübergang in geschlossenem und offenem Zustand gebaut.

Bei sämtlichen Teilen die nur bei geschlossenem Zustand angezeigt werden sollen, wählt man bei nur sichtbar bei BueSchranke.

Bei allen Teilen die nur bei offenen Zustand dargestellt werden sollen, wählt man hingegen nur unsichtbar bei BueSchranke.

Besteht die Ampel nur aus einem roten Licht, wählt man für das rote Licht der Ampel nur sichtbar bei BuelLicht

Besteht die Ampel hingegen aus einem gelben Licht das vor Schließen der Schranken gezeigt wird, und einem roten welches bei geschlossenem Schranken darsgestellt wird, ist folgende Vorgehensweise zielführend: Für das gelbe Licht definiert man nur sichtbar bei BueLicht and not BueSchranke. Für das rote Licht nur sichtbar bei BueSchranke

Strecke

Auf der Strecke muss dieses Bahnübergangsobjekt nun innerhalb von +/- 10m des entsprechenden (in den Streckeneigenschaften definierten) BÜs als normales Streckenobjekt hinzugefügt werden.

Bei den Eigenschaften des BÜ-Objekts wählt man swohl bei BueLicht als auch bei BueSchranke aus Variable BAHNÜBERGANG

Zuordnung BÜ <--> Signale

Manuelle Zuordnung

Bisher wurde noch nicht beschrieben, wie im Loksim die Zuordnung zwischen BÜ und Bue-Signal bzw. Bue-Einschaltkontakt erfolgt. Es gibt prinzipiell eine automatisch Zuordnung die wahrscheinlich in den meisten Fällen ausreichend ist. Falls dies nicht so ist, kann man ab Version 2.7.1 die Zuordnung auch händisch regeln.

In der weiteren Beschreibung bedeutet: "ein BÜ ist mit einem Signal verknüpft", dass das entsprechend verknüpfte Signal erst freigegeben wird, wenn der BÜ geschlossen ist. Wenn "ein BÜ mit einem Einschaltkontakt verknüpft" ist, dann heißt das, dass der Schließvorgang des BÜs gestartet wird, wenn der verknüpfte Einschaltkontakt überfahren wird.

Automatische Zuordnung

Bei der automatischen Zuordnung werden folgende Regeln angewendet:

  • Ein "Signalgedeckt (Streckenblock)" bzw "Tf überwachten" Bahnübergang wird mit jenem Bue-Einschaltkontakt bzw. Bue-Signal verknüft, das sich am nächsten vor diesem BÜ befindet. Das bedeutet auch, dass mit einem Einschaltkontakt bzw einem Signal auch mehrere BÜs verknüpft sein können.
  • Ein "Signalgedeckter" BÜ wird mit jedem Haupt- oder Kombisignal verknüpft, dass sich am nächsten vor diesem BÜ befindet. Auch hier können mehrere BÜs mit einem Signal verknüpft sein.

Um beim Streckenbau nachzuprüfen ob die automatische Zuordnung ausreichend ist, geht man also am besten vom zu überprüfenden BÜ entgegen der Fahrtrichtung zurück, und schaut welchen Einschaltkontakt/Bue-Signal/Signal man als erstes erreicht: Ist dies das gewünschte Signal bzw der gewünschte Kontakt ist alles ok. Dies sollte für alle möglichen Fahrtrichtungen und Weichenstellungen durchgeführt werden.

Erweiterte Bahnübergangssteuerung

Kommt man zum Entschluss, dass die automatische Zuordnung nicht ausreichend ist, muss die erweiterte Bahnübergangssteuerung eingesetzt werden.

Bei den eigentlichen Bahnübergängen bleibt alles beim alten, die Änderungen werden bei den Signalen vorgenommen:

Bei den Signalen kann man über den Button Bahnübergangssteuerung den Dialog für die händische Zuordnung von Signal/Einschaltkontakt zu BÜ vornehmen. Sobald man die Checkbox erweiterte Bahnübergangssteuerung verwenden aktiviert, wird dieses Signal/Kontakt von der automatischen Zuordnung ausgenommen. Aus der Liste der verfügbaren Bahnübergänge können nun BÜs ausgewählt werden, die mit diesem Signal verknüpft werden sollen (mit BÜ verknüpfen). Verknüpfungen können auch wieder gelöscht werden (Verknüpfung aufheben).

WICHTIG: Die automatische Zuordnung von BÜ und Bue-Signal bzw. Einschaltkontakt erfolgt immer. Dies bedeutet, dass man bei Signalen/Kontakten die laut automatischer Zuordnung mit einem BÜ verknüpft werden würden, aber eigentlich mit gar keinem BÜ verknüpft werden sollen, die erweiterte Bahnübergangssteuerung aktivieren muss und dabei einfach keinen Bahnübergang auswählt.

Durch die erweiterte Zuordnung ist es auch möglich, dass ein BÜ sowohl durch Bue-Signale als auch durch Hauptsignale gesichert wird. (Bsp dreigleisige Strecke: Auf den zwei Hauptgleisen wird der BÜ durch Hauptsignale gesichert, auf dem Nebengleis durch Bue-Signale)

Beispiele

Beispiele

Verwirrt? Dann werden hoffentlich ein paar Beispiele Licht ins dunkel bringen:

Situation 1

Hier sind zwei "Tf überwachte" Bahnübergänge BÜ1 und BÜ2 definiert. K1 und K2 sind Einschaltkontakte, BS1 bzw BS1 sind Bue-Signale.

Automatische Zuordnung: Bei einer rein automatischen Zuordnung werden folgende Verknüpfungen erzeugt:

  • K1 <--> BÜ1 (ok)
  • BS1 <--> BÜ1 (ok)
  • K2 <--> BÜ1 (nicht ok)
  • BS2 <--> BÜ2

Es ergibt sich also das Problem, dass der BÜ2 niemals aktiviert wird, da der Kontakt K2 mit BÜ1 anstatt mit BÜ2 verknüpft wird.

Die Lösung ist, über die erweiterte Bahnübergangssteuerung folgende Verknüpfung anzulegen:

  • K2 <--> BÜ2
Situation 2

Hier sind zwei "Tf überwachte" Bahnübergänge definiert. K1 ist ein Bue-Einschaltkontakt, BS1 ein Bue-Signal.

Automatische Zuordnung: Bei einer rein automatischen Zuordnung werden folgende Verknüpfungen erzeugt:

  • K1 <--> BÜ1, BÜ2 (ok)
  • BS1 <--> BÜ1, BÜ2 (ok)

Diese Situation ist also für die automatische Zuordung nicht weiter problematisch

Situation 3

Hier sind zwei "Signalgedeckte (Streckenblock)" Bahnübergänge BÜ1 und BÜ2 definiert. K1 ist ein Bue-Einschaltkontakt, HS1 bzw HS1 sind Hauptsignale.

Automatische Zuordnung: Bei einer rein automatischen Zuordnung werden folgende Verknüpfungen erzeugt:

  • K1 <--> BÜ1, BÜ2
  • HS1 <--> BÜ1
  • HS2 <--> BÜ2

Es ergibt sich also eine Situation die theoretisch in Ordnung ist.

Angenommen wir wollen jedoch erreichen, dass BÜ2 auch durch HS1 gesichert wird, und HS2 bei der Bue-Steuerung nicht verwendet wird

Die Lösung ist, über die erweiterte Bahnübergangssteuerung folgende Verknüpfung anzulegen:

  • HS1 <--> BÜ1, BÜ2
  • HS2 <--> (kein BÜ)

Beachten Sie, dass das HS2 für die Umsetzung dieser Annahme unbedingt mit keinem Bahnübergang verknüpft werden muss. Geschieht dies nicht, wird er durch die automatische Verknüpfung mit BÜ2 verknüpft.

Situation 4

Hier geht es um zwei Parallelgleise: BÜ2 ist hierbei ein "signalgedeckter (Streckenblock)" BÜ der auf Gleis1 definiert ist. Auf Gleis2 wird ein mit BÜ2 verknüpfter Bahnübergang angelegt. HS1_1 und HS2_1 sind Hauptsignale, K1_1 und K2_1 sind BÜ-Kontakte, BS2_1 ist ein Bue-Signal.

Angenommen in dieser Situation, soll BÜ2 auf Gleis1 durch das HS1_1 gesichert und durch den Einschaltkontakt K1_1 aktiviert werden. Auf Gleis2 hingegen soll BÜ2 durch das Bue-Signal BS2_1 gesichert und durch K2_1 aktiviert werden.

Betrachten wir zuerst die Automatische Zuordnung:

  • K1_1 <--> BÜ2 (ok)
  • HS1_1 <--> BÜ2 (ok)
  • HS2_1 <--> BÜ2 (nicht ok)
  • K2_1 <--> BÜ2 (ok)
  • BS2_1 <--> (kein BÜ) (nicht ok)

Auf Gleis1 ist also alles in Ordnung, hingegen geht es auf Gleis2 drunter und drüber: Da der BÜ2 als "signalgedeckt (Streckenblock)" gesicherter BÜ definiert ist, wird automatisch das nächsten Hauptsignal mit diesem BÜ verknüpft. Das BS2_1 wird mit gar keinem BÜ verknüpft (bei der Annahme, dass hinter BÜ2 überhaupt kein BÜ mehr folgt)

Die Lösung ist, über die erweiterte Bahnübergangssteuerung folgende Verknüpfung anzulegen:

  • HS2_1 <--> (kein BÜ)
  • BS2_1 <--> BÜ2

Beachten Sie wieder, dass das HS2_1 explizit aus der BÜ-Steuerung ausgenommen werden muss.

Man kann natürlich auch aus Gründen der Wartbarkeit explizite Verknüpfungen anlegen, auch wenn diese der automatischen Zuordnung entsprechen. zB erleichertert es möglicherweise die Nachvollziehbarkeit, wenn man bei dieser Situation auch folgende Verknüpfung anlegt:

  • K2_1 <--> BÜ2

Anmerkung

Für Anordnungen von Bahnübergängen gibt es theoretisch sehr, sehr viele Möglichkeiten. Derzeit ist im Loksim nur soviel umgesetzt, wie es nach derzeitigem Wissen auch in der Realität möglich ist. Wenn Sie jedoch eine reale Situation nachbilden möchten, die mit Loksim nicht umsetzbar ist, setzen Sie sich mit den Entwicklern in Verbindung. Eventuell gibt es einen Trick zur Umsetzung, oder der Vorschlag wird eventuell in einer zukünftigen Version umgesetzt.

Und zuletzt: Wenn man bei der Umsetzung einer "Bahnübergangssituation" einmal nicht mehr weiter weiß, hilft es vielleicht eine kurze diesbezügliche Frage im Forum zu stellen.

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